Nun zur Absinth-Wirkung: Wie wir alle wissen: Nicht allein der Thujongehalt ist entscheidend für die absinthtypische Wirkung. Allerdings: Ein hoher Thujongehalt ist schon mal eine sehr gute Basis für die Wirkung. Die Thujon-Rangliste finden Sie auf unserer Hauptseite unter "Absinth-Ranglisten". Gesamtentscheidend für die Wirkung ist aber das Zusammenspiel von Thujon mit anderen wichtigen wirkungsvollen Kräutern/Wurzeln und dem Alkohol. Aber auch die Wirkung von Absinth ist sehr unterschiedlich. Bei manchen hat man das Gefühl zu "fliegen" bei anderen hat man das Gefühl, sich sogar besser auf bestimmte Problemstellungen "konzentrieren" zu können (punktgerichteter). Auch hat die Absinth-Wirkung etwas damit zu tun, wie empfänglich der jeweilige Absinth-Geniesser für die einzelnen Stoffe, die verantwortlich für die Wirkung zeigen, ist. Allgemein haben wir auch festgestellt, daß bei Tschechischen Absinthsorten die Wirkung größer ist, als bei Absinth, der z.B. aus Frankreich, Spanien oder Deutschland kommt. Ausnahmen bestätigen die Regel, aber der allgemeine Gesamteindruck war bisher so. Es kann sein, daß in Frankreich noch gewisse strengere Auflagen zu erfüllen sind, als in Resteuropa. Das zeigt sich auch schon daran, daß sich in Frankreich ein Absinth nicht Absinth nennen darf, sondern Fantasienamen wie Abisinthe, Versinthe, Absinthine, Extrait D `Absinthe usw. verwendet werden müssen. Vielleicht ändert sich das ja in Zukunft...
In der Studie der Absinth-Forschungsgruppe wird behauptet, dass das einzig berauschende am Absinth der hohe Alkoholgehalt sei...
Absinth wird aber stark mit Wasser verdünnt und hat dann die vergleichbare Alkoholkonzentration wie Wein (ca. 12% vol. alc.)
Wie schon lange von uns festgestellt wirkt Thujon für sich isoliert in geringer Konzentration kaum, aber im Zusammenspiel mit anderen Stoffen anscheinend schon, wie unsere eigenen Versuche zeigen.
Man stelle sich nur einmal vor (dazu ist Erfahrung mit Songe Vert und L`éxtrait de fée Absinth durchaus hilfreich):
Man trinkt zwei Viertel Rotwein mit ca. 12% vol. alc. und vergleicht den Sinneszustand dann mit einem halben Liter verdünnten, auch ca. 12% vol. alc. enthaltenden starken Absinth aus unserer Absinthwirkungstabelle. Das Ergebnis wird ein gewaltiger Unterschied sein zwischen dem Rotweintrinker und dem Absinthtrinker. Jeder, der starke Absinthe schon ausgiebig getestet hat, weiss, was ich damit meine und wird mir zustimmen.
Deshalb rate ich dringendst davon ab jetzt "zu viel" Absinth zu trinken, weil die Studie hier absolut keine Rauschwirkung der absinthtypischen Stoffe ergeben haben soll. Vorsicht vor zu viel Konsum bitte...
Ganz im Gegenteil wäre mal eine Studie interessant, die aufzeigt, warum der Unterschied der vorgenannten "Versuchsanordnung" so gross ist. Aber da ist die Wissenschaft wohl noch nicht so weit. Ausserdem wäre es ja auch nicht verkaufsfördernd für die Absinthhersteller im Forschungsteam, die ja unbedingt endlich den lukrativen, da sehr grossen, USA Markt beliefern wollen mit angeblich authentischen thujonarmen Produkten.
So - Dann habe ich ja doch mehr geschrieben, als ich wollte und bin am überlegen, ob ich diesen Kommentar zu der Studie der Absinthuntersuchung Frühjahr 2008 nicht all unseren Kunden zugänglich machen soll. Was meinen Sie?... Oder weiss sowieso jeder Bescheid?...
Ich selbst habe schon in Tests Absinth mit ca. 100 mg/Kg Thujon degustiert. Dabei habe ich, wie uns schon lange bekannt, auch festgestellt, dass die Wirkung nicht äquivalent mit dem Thujongehalt ansteigt. Ganz im Gegenteil war ein eigenes hochthujoniges Produkt mit ca. 80 mg/Kg im Absintheffekt viel stärker, als zwei Konkurrenzprodukte mit ca. 100 mg/Kg Thujongehalt. Eines dieser drei von mir mehrmals an verschiedenen Tagen (Es gibt tagesabhängig leicht unterschiedliche Wahrnehmungen) getesteten Produkte zeigte sogar eine, für diesen hohen Thujongehalt, sehr niedrige Wirkung. Die beiden anderen zeigten aber eine so hohe Wirkung, dass es für uns sehr unverständlich ist, zu behaupten, dass die "grüne Fee" entzaubert wäre. Vielmehr halten wir diese Interpretation für mangelhaft, wenn man behauptet nur der Alkohol würde im Absinth wirken. Auch damals schon wurde Absinth ca. 1:3 - 1:4 mit Wasser verdünnt. Das beweisen die vielen alten Absinthbilder, Absinthmotive und historischen Trink- und Zubereitungsutensilien wie Fontaines, Absinthlöffel, Karaffen, Brouilles usw. Es ist also bewiesen, dass Absinth mit einem Alkoholgehalt ähnlich wie Wein getrunken wurde. Warum haben die Leute dann die "grüne Fee" gesehen und nicht die "rote Rotweinfee"? - Oder Bierfee - oder eine andere Schnapsfee (Schnaps trank man ja auch damals in der Regel unverdünnt, also mit hohem Alkoholgehalt)...?
Das aufzudecken wird und sollte die Wissenschaft wohl noch weiter interessieren. Allein eine Auswertung von rein destillierten historischen Proben, bei denen - welch Wunder (für uns keine Überraschung) - geringe Thujongehalte gemessen werden, stellt meiner Meinung nach überhaupt keine neuen Erkenntnisse dar. Sie dienen lediglich dazu, Absinth mit geringen Thujonkonzentrationen, in USA wieder zu legalisieren (Was auch nicht schlecht sein muss für die Zukunft). Aber zu behaupten, dass es in Absinth keine Wirkung gebe, dazu habe ich selbst einfach viel zu viel andere Erfahrung gesammelt (Ich selbst trinke seit 1993 Absinth). So kann ich die Interpretation der Studie dieser Forschungsgruppe durch die Medien/Printmedien oder Internetfeeds einfach nur belächeln, mir meinen Teil denken und mich freuen, sie als unsere Kunden aufgeklärt zu haben...
Aber war das überhaupt nötig? - Sie selbst kennen die Absinthwirkung ja auch, wenn Sie L`éxtrait de fée oder Songe Vert Absinth schon probiert haben. Dass aber die Absinthwirkung nach 2-3 Gläschen für Halluzinationen und LSD - Träume ausreichen würde ist natürlich auch ein Märchen. Aber das weiss ja auch eigentlich schon jeder.
Generell sollte man Absinth ja auch wegen des genialen, variantenreichen und komplexen Geschmacks trinken und nicht als Ersatz für eine Rauschdroge. Genuss sollte das Ausschlaggebende sein für die Zubereitung eines Absinth. Das "Herunterkommen" vom gestressten Arbeitstag versüssen und damit Entspannung finden in der "Heure Verte" , der "grünen Stunde" zwischen 17.00 h und 19.00 h (dann sind es sogar mehrere grüne Stunden...).glaube es fast nicht mehr nach Ihrer mail...